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Fortsetzung einer langen Tradition

Die seit 1933 durchgeführte Tour de Suisse wurde in Liechtenstein stets mit grossem Interesse verfolgt. Die schweizerische Landesrundfahrt hat besonders durch die zahlreichen Durchfahrten und die Etappenankünfte viel zur Popularisierung des Radsports in Liechtenstein beigetragen. Seit die Tour de Suisse im Verlauf ihrer zehnten Austragung 1946 auf der siebten Etappe von Arosa nach St. Gallen erstmals durch unser Landesgebiet führte und dabei eine regelrechte Triumphfahrt erlebte, passierte sie bisher 17 Mal unser Land. Letztmals im Jahr 2008, als der Tour-Tross während der vierten Etappe von Gossau nach Domat Ems unser Land von Ruggell aus über Schellenberg, Mauren, Nendeln, Schaan, Vaduz, Triesen und Balzers durchquerte. Beim Weiherring in Mauren wurde ein Sprint der Unterländer Gemeinden Mauren, Gamprin, Ruggell und Schellenberg ausgetragen, der von Jérôme Pineau aus Frankreich gewonnen wurde.

Elf Mal wählte die Tour de Suisse bislang liechtensteinische Ortschaften als Etappenzielorte aus und elf Mal wurden die Radsportler von Liechtenstein aus auf eine Etappe geschickt. Insgesamt gastierte die Schweizer Radrundfahrt bereits zwölf Mal in unserem Land. Einmal fand nur eine Etappenankunft statt (2004) und einmal nur ein Start zu einer Etappe (2005). Einmal startete die Tour de Suisse in Liechtenstein. Dies war im Jahre 2009 mit einem Prolog durch das Liechtensteiner Unterland.

Elf Ankünfte und elf Starts

Von den elf Etappenankünften fanden vier in Vaduz, drei in Malbun und je eine in Schaan, Gaflei, Mauren und Ruggell statt. Elf Mal wurden die Radsportler von Liechtenstein aus auf eine Etappe geschickt. Acht Mal fungierte Vaduz als Startort sowie je einmal Bendern, Mauren und Schaan.

16. August 1947, Vaduz
Beim Schloss Vaduz befand sich das Ziel der Drittelsetappe Siebnen - Vaduz (73km) im Rahmen der ersten Etappe Zürich - Davos (245km). Solosieger in Vaduz wurde Walter Diggelmann (Sz), 16 Sekunden vor Charles Guyot (Sz) und Emilio Croci-Torti (Sz). Nach einem 90minütigen Aufenthalt in Vaduz machte sich das Feld auf die dritte Drittelsetappe des Tages von Vaduz nach Davos (83km), welche vom späteren Gesamtsieger Gino Bartali (It) gewonnen wurde.

18./19. Juni 1957, Vaduz
An der Landstrasse unterhalb der Hofkellerei bereiteten rund 4000 Zuschauer den Fahrern am Ziel der siebten Etappe Lugano - Vaduz (204km) einen begeisterten Empfang. Die 19-köpfige Spitzengruppe, mit allen Favoriten und - zur grossen Freude der Zuschauer - mit dem im 14. Rang klassierten Liechtensteiner Alois Lampert, wurde von Colombo Cassano (It) gemeistert. Die achte und letzte Etappe führte von Vaduz nach Zürich (192km), wo sich Pasquale Fornara (It) zum dritten Mal als Gesamtsieger ausrufen lassen konnte.

19./20. Juni 1962, Vaduz
Auf derselben Zielanlage wie 1957 kam es am Ende der sechsten Etappe Bellinzona - Vaduz (205km) zum Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe, den Luigi Mele (It) für sich entschied. Nach der achten Etappe Vaduz - Zürich (198km) hiess der Gesamtsieger Hans Junkermann (D).

18./19. Juni 1967, Vaduz
Erneut an der Vaduzer Landstrasse sahen rund 4000 Zuschauer am Ziel der ersten Etappe Zürich - Vaduz (190km) den Spurtsieg des Belgiers Daniel van Rijckeghem. Die zweite Etappe Vaduz - Silvaplana (110km) gewann der spätere Gesamtsieger Gianni Motta (It).

21./22. Juni 1972, Schaan
Mit 6 Minuten Vorsprung auf das Feld überquerte Giancarlo Polidori (It) das beim Restaurant "Bierkeller" befindliche Ziel der siebten Etappe Lugano - Schaan (234km), der Königsetappe mit der Überquerung von Julier- und Malojapass, als grossartiger Solosieger. Die achte Etappe Schaan - Pfäffikon/SZ über 174km gewann Wilfried David (Be). Gesamtsieger wurde der Schweizer Louis Pfenninger.

12./13. Juni 1976, Gaflei/Vaduz
Eine der wohl härtesten Bergankünfte der gesamten Tourgeschichte hatten die Fahrer bei hochsommerlichen Temperaturen anlässlich der dritten Etappe Amden - Gaflei (170km) zu bewältigen, wobei der amtierende Weltmeister und spätere Gesamtsieger Hennie Kuiper (Ho) einen eindrücklichen Solosieg feierte. Die anschliessende vierte Etappe Vaduz - Lenzerheide (108km) gewann Michel Pollentier (Be).

17. Juni 1987, Ruggell/Bendern
30 Sekunden vor dem Feld gewann Adriano Baffi (It) den Sprint einer sechsköpfigen Spitzengruppe am Ziel der ersten Etappe von Affoltern am Albis über 170km nach Ruggell, nachdem zuvor eine fünf Fahrer umfassende Spitzengruppe vom Tour-Sicherheitsdienst in Bendern anstatt nach Ruggell in Richtung Nendeln gewiesen wurde! Die zweite Etappe Bendern - Leibstadt (179km) entschied Steven Rooks (Ho) zu seinen Gunsten. Der Gesamtsieg ging an Andrew Hampsten (USA).

21./22. Juni 1999, Mauren
In der 7. Etappe und auch der ersten Regenetappe der 63. Tour de Suisse hat sich überraschend der Australier Matthew White durchgesetzt. Der 25-jährige Aussenseiter siegte beim Weiherring in Mauren nach 162km sechs Sekunden vor Roberto Petito (It). Das von Patrick Vetsch gemeisterte Hauptfeld verlor 3:02 Minuten. Leader blieb Laurent Jalabert (Fr) zwei Sekunden vor Gilberto Simoni (It). Diese Zielankunft fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum 300 Jahre Unterland statt. Am 22. Juni sollte in Mauren der Start zur 8. Etappe erfolgen. Trotz Startschusses verweigerten die Fahrer wegen des schlechten Wetters den Start. Die niedrige Schneefallgrenze sorgte dafür, dass auf dem Stilfserjoch Schneefälle vorhergesagt wurden. Die Proteste der Fahrer zeigten Wirkung. Es kam nur zu einer Kurzetappe über 47,5km mit dem Ziel in Nauders/Tirol.

18. Juni 2004, Triesenberg-Malbun
Der Österreicher Georg Totschnig wurde Solosieger der Bergankunft in Malbun. Jan Ullrich waren die letzten 4km zum Verhängnis geworden. Der Deutsche musste das Leadertrikot an Fabian Jeker abtreten, der als Zweiter im Ziel eintraf. Während den ersten 8km der 12km langen Schlusssteigung hielt Giuseppe Guerini in der Spitzengruppe das Tempo für Jan Ullrich derart hoch, dass den Gegnern der Atem für Angriffe fehlte. Als Giuseppe Guerini nach seiner Parforceleistung die Kräfte schwanden, kam auch Jan Ullrich ins Straucheln. Der Träger des Leadertrikots war nicht mehr in der Lage, dem Tempo der wichtigsten Gegner zu folgen. "Ich habe gekämpft, aber dieser Schlussteil war für mich zu steil. Noch ist diese Tour de Suisse aber nicht vorbei", erklärte Ullrich im Ziel. Er sollte recht behalten. Wenige Tage später war er der stolze Sieger der Tour de Suisse 2004.

14. Juni 2005, Vaduz
Nachdem die 3. Etappe der Tour de Suisse 2005 in St. Anton in Tirol endete, dislozierte der Tour de Suisse Tross per Auto nach Vaduz, wo tags darauf die 4. Etappe gestartet wurde. Damals befand sich in Bad Zurzach im Kanton Basel Land das Ziel. 208 km mussten bewältigt werden und somit war dies die längste Etappe der Tour de Suisse 2005. Dieser Etappenstart kam auch einem Jubiläum gleich, gastierte die Tour de Suisse im Jahr 2005 insgesamt zum zehnten Mal in Liechtenstein.

19./20. Juni 2007, Triesenberg-Malbun/Vaduz
Zum zweiten Mal nach 2004 war Malbun das Ziel einer Etappe der Tour de Suisse. Gestartet wurde die 4. Etappe in Nauders/Tirol. 167 km galt es bis Malbun zu bewältigen. Tausende von Zuschauern verfolgten den Schlussanstieg live vom Strassenrand aus. Sie erlebten eine überzeugende Leistung des Luxemburgers Frank Schleck, der solo als erster das Ziel in Malbun erreichte und als Belohnung das gelbe Leadertrikot überstreifen konnte. Am Folgetag wurden die Radsportler von Vaduz aus auf das 5. Teilstück geschickt, welches das Ziel nach 192km in Giubiasco/TI hatte.

13. Juni 2009, Prolog durch das Liechtensteiner Unterland
Erstmals in der Geschichte der Tour de Suisse in Liechtenstein startete die Schweizer Radrundfahrt in unserem Land. Auf dem Programm stand ein Einzelzeitfahren von Mauren über Eschen, Bendern, Gamprin nach Ruggell. Gewonnen wurde der Prolog von Fabian Cancellara aus der Schweiz, der damit auch die Grundlage für den späteren Gesamtsieg legte. In Mauren, Bendern, Gamprin und Ruggell fanden in den Dorfzentren grosse Volksfeste statt, die von rund 15‘000 Gästen besucht wurden. Tags zuvor veranstaltete der lokale Organisator, der Verein Internationaler Sport in Liechtenstein (ISL), im Festzelt in Ruggell eine grosse Eröffnungsfeier für die Tour de Suisse 2009. Neben der Fahrerpräsentation und der offiziellen Eröffnung durch S.D. Erbprinz Alois wurde der Start der Tour de Suisse mit einem Konzert der ‚Paldauer‘ gefeiert.

16./17. Juni 2011 Triesenberg-Malbun/Vaduz
Nach 2007 war Malbun erneut Zielort einer Tour de Suisse Etappe. Das 6. Teilstück startete in Tobel-Tägerschen und endete nach 157 km in Malbun, welches bei herrlichem Sommerwetter den Tour de Suisse Trosse empfing. In Balzers betrat der Tour-Tross das Liechtensteiner Hoheitsgebiet. In Triesen bei der Abzweigung Feldstrasse wurde der rund 16 km lange Anstieg nach Triesenberg-Malbun in Angriff genommen. Als erster erreichte Steven Kruijswijk aus den Niederland solo das Ziel. Levi Leipheimer aus den USA überquerte als zweiter die Zielinie mit acht Sekunden Rückstand. Damiano Cunego aus Italien folgte mit weiteren neun Sekunden Rückstand. Ihm wurde die Ehre zu Teil, in Malbun das gelbe Trikot des Leaders überstreifen zu können. Tags darauf starteten die Radsportler von Vaduz aus auf das siebte Teilstück. Ziel war dann Serfaus-Fiss-Ladis in Österreich.